Ich inspiziere den Garten derzeit nicht so oft. Passiert ja auch nicht viel. Eigentlich gar nichts. Manchmal muß man eine Maus aus einem der leeren Pflanzenkübel retten (oder in mumifizierter Form entsorgen). Sonst ist meist alles wie immer.
Deswegen waren wir vorgestern zum ersten Mal seit fast einer Woche wieder im Garten. Scott preschte gleich los, um zu schauen, ob sich das Kaninchen unter der Scheinzypresse versteckt hatte. Hatte es natürlich nicht. Also ging er pieseln, ins Staudenbeet. Ich schlenderte bis zur Grundstücksspitze, schaute hier, schaute da, und plötzlich sah ich es.
Das hier:
Das ist, wenn es Sommer ist, mein Tomatenhäuschen. Beziehungsweise: Das war mein Tomatenhäuschen. Denn ohne Dach ist es kein Häuschen. Und das Dach war weg.
Es mußte beim Sturm fortgerissen worden sein. Also gingen Scott und ich suchen. Wäre es an den Waldrand geflogen, hätte ich es gesehen. Beim Denkmal? Fehlanzeige. Auf der anderen Seite, bei dem Wäldchen jenseits des Nachbarhauses? Ich konnte nichts entdecken.
Plötzlich hörte ich jemanden rufen. Es war meine Nachbarin. Sie fragte: “Suchst du dein Dach?”
Das Dach hatte sich losgerissen und war über den Zaun hinweg (1,75 Meter hoch!) meinen Nachbarn vor die Tür gekracht. Weil ich wohl gerade im Wald war, hatten sie es erst mal hinter ihren Carport geräumt. Ich war nur froh, daß es bei seinem Flug nichts an ihrem Haus zerstört, kein Fenster zerschlagen hatte. Denn es ist schwer, eine Stahlgitterkonstruktion mit Wellplastik obendrauf.
Ich habe es also wieder über den Zaun gehievt und erst mal vor dem Holzlager für den Winter 2012/2013 festgezurrt. Bevor ich es wieder anbaue, muß ich mir eine stabilere Befestigung ausdenken.
Ein bißchen von dem lichtdurchlässigen Plastik ist gesplittert, nicht schlimm. Das kriegen wir wieder hin.



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