
In der keltischen Mythologie ist die Anderwelt oder Anderswelt das Reich der Toten. Aber diese Toten befinden sich nicht in einem fernen Jenseits, sondern im Diesseits – nur auf einer anderen Ebene. Und die Grenzen sind durchlässig. Wenn jemand stirbt, ist er nicht einfach fort.
Das entspricht meiner eigenen Erfahrung. Deswegen habe ich begonnen, Hinterbliebene mit ihren Toten zu fotografieren. Die Kamera kann die Toten nicht sehen. Doch sie sind im Gesicht der Hinterbliebenen erkennbar, in ihren Augen, ihrer Haltung, in ihren Gesten.
So sind (zusammen mit einem Selbstporträt, das mich mit meinem toten Bruder Achim zeigt) 23 Aufnahmen entstanden, auf denen 15 Frauen und acht Männer mit verstorbenen Elternteilen, Partnerinnen oder Partnern oder Kindern zu sehen sind.

Von Anfang April bis Mitte Mai 2026 sind die Aufnahmen – Dank an Christof Zwiener für die wieder mal herausragenden Abzüge – in der Galerie metavier in Hannover zu sehen, danach wandern sie in die Galerie Schafstall in Bad Essen bei Osnabrück und im Herbst ins Trauerzentrum St. Thomas Morus in Hamburg (siehe auch unter Termine).
Im Wehrhahn-Verlag ist der Anderwelt-Bildband erschienen (siehe auch unter Bücher).

Mein besonderer Dank gilt der Förderstiftung des Unionhilfswerks Berlin, der Stiftung Deutsche Bestattungskultur in Düsseldorf und der Stiftung Edelhof Ricklingen aus Hannover für ihre Förderung.
- Am 01.04.2026 hat Simon Benne in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung über das Anderwelt-Projekt geschrieben.
- Svenja Estner vom NDR hat am 25.03.2026 auf NDR Kultur über das Projekt berichtet. Ihren Text kann man hier nachlesen, ebenso den Hörfunkbeitrag nachhören.
- Am 30.03.2026 hat mich Malte Busch vom hannoverschen Lokalradio Leibniz.fm zur Anderwelt interviewt.
- Details zu dem Projekt gibt es auch in einem Artikel aus der Zeitschrift „Bestattungskultur“, der hier nachzulesen ist.
