Schreiben

stillleben


1.
sprachlos
legst du eine spur in meine hand
als wäre die grenze des rauhreifs überwindbar

so verfällt
der leise hohe ton im kopf

losgelassen stürze ich


2.
anderntags
beißt sich der schatten des laubs
in die fugen vor dem fenster

ich verkrieche mich
in deiner haut

und trage dir die übrigen jahre nach


Dieses Gedicht habe ich im Herbst vor 33 Jahren nach dem Tod meines jüngeren Bruders Achim geschrieben. Vom 04.04. bis zum 17.05.2026 ist es zusammen mit einem Selbstporträt Teil meiner Ausstellung "Anderwelt" mit Porträts und Texten von Hinterbliebenen in Hannover. Einzelheiten unter Termine.